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Bílý Kámen

Bílý Kámen

Kontakt

Bílý Kámen 12, 588 41 Vyskytná nad Jihlavou
bily-kamen@seznam.cz
www.bily-kamen.cz

Geschichte

Die Gründung des Dorfes Bílý Kámen wird wohl für immer Geheimnis bleiben. Sie spielte sich zweifelsohne um die Hälfte des 13. Jahrhunderts ab, als die Umgebung der Stadt Jihlava zum beliebten Ziel der Silbersucher wurde. Das Augenmerk der Bergleute richtete sich unter anderem auf die Umgebung alter Handelswege und gerade an so einem Ort, nicht weit von einem alten Pfad aus Humpolec nach Jihlava, entdeckten sie ein umfangreiches Silbervorkommen. Das Erz befand sich im weißen Quarz, das direkt zu dem Namen des Dorfes führte - Biley Kamen, Albo Lapido, Weissensteyn. Dies sind die Namensformen, die man in den ersten schriftlichen Erwähnungen des Dorfes findet; der älteste Eintrag stammt dabei aus dem Jahr 1359.

Wegen der hiesigen Silbervorkommen entwickelte sich die Königsstadt Jihlava, und der Reichtum des Klosters in Želiv, auf dessen Territorium sich das Dorf befand, wuchs. Die Vorkommen wurden jedoch allmählich erschöpft und der Bergbau ließ nach. Letztendlich gingen die Bergleute weg und bald verließen das Dorf auch seine letzten Bewohner. Die Bergwerke verfielen und die Häuser wuchsen zu. Die Einträge im Iglauer Stadtbuch aus den Jahren 1503 und 1509 zeugen nur noch über die Holzwirtschaft in den hiesigen Wäldern. Im Trčkas Urbar aus dem Jahr 1554 wird das Dorf Bílý Kámen nur noch als verlassenes und leeres Dorf erwähnt. Diese erste Bergsiedlung befand sich ca. 1 km nördlich des heutigen Dorfs, auf dem südwestlichen Hang des Kamenitý vrch anstelle des Obstgartens.

Erst im Jahr 1712 kehrte Leben in diesen Ort zurück. Damals gehörte das ganze Gebiet bereits der Stadt Jihlava. Die Stadt kaufte das Dorf 1596 vom Adelsgeschlecht der Trčkas von Lípa, um das Brachland nutzen zu können. Mit ihrem Zutun entstanden hier die ersten fünf Häuser und das Jägerhaus, dieses Mal an einem günstigeren Ort, wo es sich noch heute befindet. In den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts wurden hier noch zwei neue große Teiche und ein großer Hof mit Getreidekammer und Marställe für junges Vieh und Schafe errichtet. 1778 wurde der Hof abgeschafft und die Ländereien wurden den Bewohnern in Erbpacht übergeben; 1848 gingen die Grundstücke in ihren Besitz über. Im Dorf waren damals dreizehn Häuser registriert und im Zentrum des Dorfes stand eine kleine Kapelle.

Im Archiv in Jihlava befindet sich eine handgemalte Karte von Bílý Kámen aus dem Jahre 1778 vom Landvermesser C. J. Hromádka, in der man eine ganze Reihe von heute schon vergessenen Ortsnamen findet. Einige sind erwähnenswert: unter den großen Teichen sind das der Kiefer-Teuch (Borový), Tanne-Teuch (Jedlový), Dorf-Teuch (Návesní) oder Krum-Teuch (Křivý). Der letztgenannte Teich befand sich unter dem größten Schurffeld und diente zweifelsohne als Wasserreservoir für die Waschanlage des Silbererzes. Bis auf den Tanne-Teuch wurden alle Teiche abgeschafft, der ehemalige Damm des Dorf-Teuches ist heute eine Anfahrtstrasse. Nördlich vom Dorf, entlang der Straße nach Větrný Jeníkov, blieb der Strassen-Teuch (Silniční) erhalten, der in der Vergangenheit ebenfalls ein Teil des Bergwerks war und heute ein Fischerparadies ist. Der Vollständigkeit halber sollte man erwähnen, dass es von den kleinen namenlosen Teichen rund um das Dorf insgesamt fünfzehn gab und dass ein paar davon in den Gärten der Häuser noch heute erhalten blieben.

Sehenswürdigkeiten und Wissenswertes

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört der sogenannte Kaufmanns-Brunn (Kupecký pramen), der, wie man aus seinem Namen entnehmen kann, seit jeher den Pilgern und wandernden Kaufmännern auf dem Weg nach Humpolec Erfrischung bot.

Die Kapelle der Heiligen Peter und Pavel wurde am Ende des 18. Jahrhunderts im spätgotischen Stil erbaut. In der Kapelle befinden sich ein ursprünglicher Altar und eine barocke Malerei mit einem Altar im Trompe l’œil-Stil.

Im Dorf befinden sich ebenfalls ein Kreuzstein mit einer Kreuzgravierung und ein Steinkreuz mit einem doppelten Pfeil, beide Sehenswürdigkeiten gehören zu der Kategorie der Sühnesteine/Mordwangen.

Silberne Erinnerung: in der Nähe des Dorfes sind bemerkenswerte Reste des mittelalterlichen Silberbergbaus erhalten. Der schönste Ort, bezeichnet als das Schurffeld Bílý Kámen, befindet sich auf dem bewaldeten Hang des Kamenný vrch ca. 500 m nördlich von der Kreuzung hinter dem linken Rand des Dorfes. Der Erzgang, der sich in nordwestlich–südwestlicher Richtung zieht, hat eine Gesamtlänge von 225 m mit einer Reihe von Schächten. Bis heute blieben ca. 27 Gruben (Pingen) mit einem Durchmesser von etwa 10 m und einer Tiefe bis zu 5 m, erhalten.

Die Schächte wurden nur so tief geprägt, wie das Tageslicht reichte. Die Halden rund um die Schächte bilden einen Streifen. Das ganze Bergwerk bei Bílý Kámen wurde im vollkommen intakten Zustand erhalten. Es sollte zu einem technischen Denkmal erklärt und unter Denkmalschutz gestellt werden.